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Über Smalspåret

Rälsbuss på Smalspåret

Die letzte Schmalspur mit Personenverkehr der Schwedischen Bahn

Die Schmalspur von Växjö nach Västervik wurde in den 1980er-Jahren als letzte Schmalspurstrecke mit Personenverkehr bekannt, die von der Schwedischen Bahn betrieben wurde. Das Fernsehen dokumentierte das Engagement der Bevölkerung gegen die Stilllegung. Dadurch mussten Sonderwagen eingesetzt werden, aber am 19. August war dennoch das Ende gekommen.

Aus der Aktivität zur Rettung der Schmalspur entstand unser Verein Smalspåret. Ein paar Jahre später waren die Schienen gerettet, um für eine Museumseisenbahn genutzt zu werden. Seitdem heißt der Verein Smalspåret Växjö-Västervik.

Vom 19. Jahrhundert bis heute

Kommen Sie mit auf einen historischen Ausflug zu den beiden Eisenbahnen zwischen Växjö und Västervik, die die Leute einfach die Schmalspur nennen.

Große Erwartungen

Die Eisenbahn zwischen Växjö und Västervik wurde von zwei privaten Eisenbahngesellschaften in Etappen von 1876 bis 1922 gebaut.

Im Norden von Västervik und im Süden von Växjö, und beide trafen sich in Hultsfred. Man einigte sich auf eine Spurbreite von 891 mm, drei Fuß in Schweden, damals gebräuchlich für Privatbahnen.

Von Växjö begann man doch zunächst für 600 mm Breite zu planen, was geändert wurde, als man einsah, dass die Bahn zu anfällig sein würde. Allerdings wurde die Strecke bei Växjö dadurch die kurvenreichste.

Die Entstehung der Bahn war unmittelbar mit der Eisen- und Holzindustrie der Gegend verknüpft und spielte viele Jahre lang eine bedeutende Rolle für die gesellschaftliche Entwicklung. Vor allem der Hafen von Västervik bot die Möglichkeit, Waren auch in das Ausland zu transportieren.

StreckeEröffnungsdatum
(Åtvidaberg-)Jenny-Västervik1878-12-10
Jenyn-Hultsfred1879-11-16
Växjö-Klavreström1895-12-01
Klavreström-Åseda1902-06-26
Åseda-Virserum1911-12-23
Virserum-Hultsfred1922-12-05

Schwierige Zeiten

In den 1930er-Jahren war der Straßenverkehr so starkt angewachsen, dass die privaten Eisenbahnen Konkurrenz erhielten, die ihre Wirtschaftlichkeit ernsthaft bedrohte. Daher wurden die meisten privaten Gesellschaften im Lauf der 40er-Jahre verstaatlicht, auch die Eisenbahn Växjö-Åseda-Hultsfred (1941) sowie Norsholm-Västervik-Hultsfred (1949), die zusammen die Strecke Växjö-Västervik betrieben.

Verstaatlichung

Danach übernahmen die Staatlichen Eisenbahnen (SJ) die Bahn, rüstete sie auf und modernisierte sie. Allmählich wurden die Dampflokomotiven durch grüne Dieselloks und gelb-orangene Schienenbusse ersetzt. Semaphoren wurden gegen Lichtsignale ausgetauscht. Auch sollten die Schienen zur Normalbreite (1435 mm) erweitert werden, aber verringertes Verkehrsaufkommen führte dazu, dass die Schmalspur behalten wurde, außer auf der Strecke Västervik-Åtvidaberg (-Linköping), die 1964 verbreitert wurde.

Gleichzeitig wurde der Betrieb zwischen Åtvidaberg und Norsholm eingestellt, und die Schienen dort wurden abgebaut. Etwa 5 km der Strecke zwischen Västervik und Jenny wurden sowohl von normalbreiten Zügen nach Linköping als auch schmalspurigen nach Hultsfred befahren. Dazu wurde der Abschnitt mit einer dritten Schiene versehen. Sie wird nach wie vor benutzt, als einzige ihrer Art, die in Schweden noch immer in Betrieb ist.

Stilllegung

SJ vinghjul på rostig rälsbuss
Schienenbus in der letzten SJ-Zeit. Foto: Michael Carlsson

In den Jahren nach der Verstaatlichung wurden im Großen und Ganze alle Schmalspurbahnen in Schweden stillgelegt. Das Parlament hatte beschlossen, dass jeder Verkehrszweig kostendeckend arbeiten musste, und Schmalspurbahnen in dünn besiedelten Gebieten vermochten keinen Gewinn abzuwerfen. SJ meinte, dass diese Bahnen generell stillgelegt werden sollten, was nach und nach auch geschah.

Auch die Strecke Växjö-Hultsfred-Västervik war betroffen, aber da die alternativen Landstraßen dem Güterverkehr nicht genügten, wurde die Entscheidung aufgeschoben. Mit besseren Straßen wäre sie wohl früher getroffen worden. Das Parlament beschloss jedoch einen Aufschub bis zur Verabschiedung einer neuen Verkehrspolitik. Dadurch wurde die Bahn zwischen Växjö und Västervik die letzte schmalspurige Strecke für Personenverkehr der SJ in Schweden.

Mit ihren 187 km wurde sie später die längste Schmalspurbahn Nordeuropas. Die neue Verkehrspolitik gab regionalen Gesellschaften die Verantwortung für den lokalen Personenverkehr. Eine staatliche Behörde sollte diesen Gesellschaften helfen, über Erhaltung oder Stilllegung zu entscheiden. Die Regionen sowohl in Kronoberg als auch in Kalmar entschieden sich für Busse. Damit gab es keine Möglichkeit mehr für einen gemeinsamen schienengebundenen Personenverkehr.

Am 19. August 1984 fuhr der letzte Zug unter der Regie von SJ mit den charakteristischen gelb-orangenen Schienenbussen. Güterverkehr wurde noch bis Anfang 1986 betrieben, aber ab 1. April hörten alle staatlichen Aktivitäten auf. Der baldige Abriss der Schienen wurde erwartet.

Rettet die Schmalspur!

Aus dem volksnahen Engagement gegen die Stilllegung entstand der Verein zur Rettung der Schmalspur, der dann in Smalspåret Växjö-Västervik umbenannt wurde. Er will versuchen, die Bahn zu erhalten und weiterhin einen gewissen Verkehr zu betreiben.

Mit dem Verein als treibende Kraft sowie gemeinsamen Anstrengungen von Allgemeinheit und etlichen Enthusiasten wurde dann die Aktiengesellschaft Växjö-Hultsfred-Västervik Järnvägs AB gegründet, um mithilfe von Kapital und etwa 5000 Aktionären die Strecke vom Staat kaufen zu können. Mit staatlichen Zuschüssen, eigenem Kapital und Krediten übergab SJ im Juli 1987 an die Aktiengesellschaft für eine Summe von 7,25 Millionen Kronen.

Damit ergab sich abermals Verkehr auf den Schienen, vor allem durch Touristen im Sommer und "Charter"-Buchungen. Im südlichen Teil wurden einige Jahre lang auch Schulzüge eingesetzt. Der größte Teil der Arbeit wurde von Ehrenamtlichen geleistet. Infolge der schwedischen Bankkrise mit haushohen Zinsen in den 90er-Jahren ging die Aktiengesellschaft in Konkurs, und schwierige Jahre folgten.

Rälsbussar i Hultsfred 2004.
Schienenbusse in Hultsfred 2004. Foto: Peter V. Christensen

Die staatliche Straßenbaubehörde kaufte die Strecke bei Jenny und baute eine Straßentrasse für die Landstraße 22. Die Eisenbahnbehörde führte ein neues Sicherheitssystem in Västervik ein, und die Kommune Växjö, die die Strecke innerhalb des Ortes gekauft hatte, ließ keinen Verkehr mehr zum Bahnhof und zur Werkstatt zu. Die Bahn zu erhalten, war mit anderen Worten eine gewisse Herausforderung. Die Probleme bei Västervik wurden später durch das Eingreifen der Region Kalmar gelöst.

Die Strecke Växjö-Åseda wurde zu Beginn der 2000er-Jahre abgerissen, während Åseda-Hultsfred-Västervik noch immer existiert und für Draisinen- und Zugverkehr genutzt wird. Zwischen Hultsfred und Västervik wird sie betrieben von Smalspårsjärnvägen Hultsfred-VästervikFür Hultsfred bis Åseda gilt: Smalspåret i Hultsfred AB, eine Aktiengesellschaft, die zum großen Teil im Besitz unseres Vereins ist. Entlang dieser Strecke bieten wir Draisinenradeln an, z. B. von Hultsfred, Flaten, Virserum und Åsedasowie im Sommer die Nostalgiebahn.

Kulturpflege und Tourismus

Dressincykling i Hultsfred, 2009
Draisinenradeln in Hultsfred 2009. Foto: Peter V. Christensen

Im Lauf der Zeit entwickelten sich in der Öffentlichkeit neue Betrachtungsweisen in Bezug auf die Schmalspurbahn. Man sah ein, dass sie ein Teil des schwedischen Kulturerbes und der Kommunikationsgeschichte ist. Und eine "Attraktion" mit zahlreichen Besuchern. Ab Mitte der 90er-Jahre wurde die Etappen der Strecke als Kulturdenkmäler erklärt. Heute gilt dies für den Abschnitt Virserum-Jenny (95,6 km).

Dazu gehört eine Anzahl Bahnhöfe, Bahnwächterhütten, Gütermagazine, Garagen usw., einschließlich der Station Virserum, die der Verein besitzt. Der Verein richtet sein Augenmerk mehr und mehr auf die Kulturgeschichte und deren Erhaltung.

Die Schmalspur ist ein bedeutendes schwedisches Industriedenkmal, das Kultur- und Technikgeschichte mit modernem Tourismus verknüpft. Viele kommen hierher, um zu erleben, wie man damals Zug fuhr, oder um sich auf der Draisine in die Natur zu begeben. Die Bahn tritt vor allem im Sommer in Erscheinung, aber die Ehrenamtlichen arbeiten das ganze Jahr über mit Wartung und Reparation der unterschiedlichen Teile des Betriebs.

Föreningen Smalspåret Växjö-Västerviks medlemstidning "Smalspårsinform"

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Wir sind ein ehrenamtlicher, unpolitischer Verein zur Erhaltung der Schmalspur und bieten an, mit der Draisine von Hultsfred, Flaten, Virserum und Åseda zu radeln oder mit der Nostalgiebahn zwischen Virserum und Åseda zu fahren.

Om Föreningen Smalspåret
Föreningen Smalspåret Växjö-Västervik

Föreningen Smalspåret Växjö-Västervik är en ideell opolitisk förening bildad 1984, med över 1000 medlemmar.

Föreningen arbetar för att smalspårsjärnvägen Växjö-Västervik, i sin nuvarande sträckning, bevaras och utvecklas. Läs mer om föreningen.